Diplomat: Suchteam soll Touristen finden
Netzeitung, 24. Juli 2003
Die Hinweise, dass sich die entführten Sahara-Touristen in
Mali befinden, häufen sich. Ein deutscher Diplomat brachte ein Suchteam
ins Gespräch, das den Verbleib der Verschleppten klären soll.
Ein deutsches Team soll im Norden Malis nachforschen, ob
sich die seit Monaten verschwundenen europäischen Touristen, unter ihnen
zehn Deutsche, dort aufhalten. Die Behörden des afrikanischen Landes
seien diesbezüglich zwar sehr skeptisch, die deutsche Seite dagegen sei
sich «fast sicher», dass sich die in Algerien entführten 15 Urlauber auf
malischem Territorium befänden, sagte ein deutscher Diplomat der
Nachrichtenagentur AFP am Mittwochabend in Bamako. Demnach soll ein
Suchteam nach Nordmali entsandt werden, «um klarer zu sehen, was vor
sich geht».
Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Jürgen Chrobog, hatte
am Dienstag mit dem malischen Präsidenten Amadou Toumani Touré über die
entführten deutschen Sahara-Touristen beraten.
Gedämpfte Erwartungen
Der Vorschlag des nicht näher genannten Diplomaten ist bei
den malischen Behörden auf positive Resonanz gestoßen. Gegen eine
deutsche Präsenz im Norden des Landes sei nichts einzuwenden, hieß es.
Ein Sicherheitsvertreter dämpfte jedoch die Erwartungen an einen
baldigen Erfolg bei der Suche. Überall würden derzeit Geiseln gesehen,
sagte er.
Nach anderen Angaben aus Mali sind deutsche Ermittler
bereits mit Stammesführern in der nördlichen Kidal-Region nahe der
Grenze zu Algerien in Kontakt getreten, um die Suche vorzubereiten.
Utensilien der Verschleppten
Nach unbestätigten Angaben eines Augenzeugen sollen in
Nordmali einige Gegenstände der Verschleppten gesehen worden sein. Laut
den malischen Sicherheitsbehörden werden diese Angaben derzeit
überprüft.
Die Geiseln waren zwischen Mitte Februar und Mitte März in
der Sahara verschleppt worden. (nz)
|