Florence Aubenas

«Helfen Sie mir!»

Blick online, 1. März 2005

BAGDAD – Ihr Gesicht spricht Bände, traurige Bände: Ein neues Video zeigt die verzweifelte und kranke Journalistin Florence Aubenas, die im Irak gefangen gehalten wird.
Die kurze Aufnahme ist das erste Lebenszeichen der im Januar entführten Florence Aubenas, ihres Zeichens Korrespondentin für die Zeitung «Libération». Das Band wurde einem Nachrichtenbüro in Bagdad anonym zugespielt.

Zu sehen ist eine verzweifelte und ausgemergelte Florence Aubenas. Sie wendet sich an den französischen Abgeordneten Didier Julia und fleht ihn um Hilfe an: «Bitte Herr Julia, helfen Sie mir, es ist dringend, helfen Sie mir!»

Der französische Aussenminister Michel Barnier will das Video gründlich prüfen. «Wichtig ist, dass sie am Leben ist», sagte er am Rande einer Konferenz in London.

Florence Aubenas wurde zuletzt am 5. Januar in Bagdad gesehen, als sie ihr Hotel verliess. Aubenas arbeitet seit 19 Jahren für «Libération» und hatte zuvor schon über die Kriege im Kosovo, in Algerien, Ruanda und aus Afghanistan berichtet.

Wie Aubenas ist auch die italienische Journalistin Giuliana Sgrena im Irak entführt worden. Auch sie darbt noch in Gefangenschaft.

Im Dezember sind zwei französische Journalisten freigelassen worden, die mehr als vier Monate in Händen extremistischer Kidnapper waren.

In diesem Zusammenhang spielte der Abgeordnete Julia eine umstrittene Rolle. Er hatte versucht, die Freilassung der Journalisten zu erreichen. Die Regierung wirft ihm allerdings vor, die Verhandlungen fast sabotiert zu haben.

   
www.algeria-watch.org