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Deutsche Wirtschaft hat gute Chancen Algerien lockt UnternehmenAlgerien lockt deutsche Unternehmen mit milliardenschweren Investitionsplänen. Das arabische Land will seine Wirtschaft modernisieren und bis 2009 insgesamt 65 Mrd. Dollar vor allem in Infrastruktur investieren. Die Zeit, 29. November 2005 BERLIN. "Wir sind das industrialisierteste Land in der Region, aber nicht wettbewerbsfähig", sagte Investitionsminister Abdelhamid Temmar am Rande eines deutsch-algerischen Wirtschaftsforums in Berlin dem Handelsblatt. Das wolle man jetzt ändern, vorzugsweise mit deutschen Partnern. Der Grundstein, das Programm zur Wirtschaftlichen Erneuerung, sei gelegt, sagte Temmar. Staatsunternehmen stünden zur Privatisierung bereit, die ersten Projekte seien ausgeschrieben, manche bereits vergeben. "Wir möchten, dass sich deutsche Unternehmen an den Ausschreibungen beteiligen." Deutschland genießt in arabischen Staaten traditionell einen guten Ruf. In Algerien hatten deutsche Unternehmen in den 1970er Jahren, nach der Unabhängigkeit des Landes, viele Industriebetriebe mit Maschinen und Anlagen ausgestattet. Viele Kontakte rissen während der Terrorwelle in den 90er Jahren ab. Die Geschichte biete aber bis heute Anknüpfungspunkte, sagte Jochen Clausnitzer, Leiter des Referats Nah- und Mittelost sowie Nordafrika beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).Im Export nach Algerien sei die frühere Kolonialmacht Frankreich noch etwa viermal so stark wie die Deutschen. Aber bei der jetzt begonnenen Modernisierung algerischer Unternehmen lägen die Deutschen "gut im Rennen". Andreas Hergenröther, Geschäftsführer der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer (AHK), sprach von einer "Riesen-Chance" für die deutsche Wirtschaft. Es sei "durchaus im Bereich des Möglichen", dass deutsche Unternehmen an dem Paket in zweistelliger Milliarden-Größenordnung partizipieren könnten. Große Unternehmen warten seit mehreren Jahren darauf, dass Algerien seine Devisenreserven in Projekte investiert. "Die Pferde stehen im Wasser, aber sie saufen nicht", kommentierten Wirtschaftsvertreter regelmäßig. Dieser Satz gilt jetzt als überholt. "Algerien gibt sein Geld nun aus", so Clausnitzer. Im Oktober 2005 lagen die Devisenreserven bei rund 51 Mrd. Dollar. Gleichzeitig, so die AHK, würden die Auslandsschulden rasant abgebaut. Das Wirtschaftswachstum lag 2005 bei 5,5 Prozent. Neue Impulse bekamen die deutsch-algerischen Wirtschaftsbeziehungen vor einem Jahr mit der Reise von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder nach Algier - der erste deutsche Kanzler, der nach 30 Jahren Auszeit nach Algerien gereist war. Jetzt aber "geht es erst richtig los", meint Peter Donnerbauer, Chef von Siemens Algerien. Siemens habe erst gerade den Zuschlag für den Neubau der Metro in Algier bekommen. Jetzt stünde die Entscheidung über den Bau von 64 Triebwagen für die S-Bahn sowie über den Bau eines Kraftwerks an. Beide Investments kommen Siemens zufolge auf ein Volumen von jeweils 500 Mill. Euro. "Wir sind Profitknechte", sagte Werner Schoeltzke, Chef von MAN Ferrostaal. "Das heißt, wir gehen dorthin, wo die Investitionsbedingungen stimmen und ein Markt vorhanden ist." Algerien sei in dieser Hinsicht ein kommender Markt. Das bestätigt die Knauf-Gruppe: Sie unterzeichnete gestern die Verträge über den Einstieg in ein staatliches Gipsunternehmen. Gips ist für den algerischen Baumarkt von großer Bedeutung. Bis 2009 sollen eine Million neue Wohnungen gebaut werden. PERSPEKTIVEN FÜR DIE DEUTSCHE WIRTSCHAFT Reiches Land Algerien ist der fünftgrößte Gasproduzent weltweit und verfügt über erhebliche Erdöl- und Erdgasvorkommen. Der Export steigert einerseits die Devisenreserven des Landes, andererseits das Geschäftspotenzial für Unternehmen im Bereich des Anlagenbaus und als Zulieferer und Dienstleister im Energiesektor. Potenzial Wachstumsperspektiven bieten auch der Informations- und Kommunikationssektor, die Bereiche Automobil, Bau, Pharma und Wasser. Das algerische Leitungsnetz gilt als extrem veraltet. Straßen und Autobahnen sollen neu gebaut bzw. modernisiert werden, ebenso Wohnungen sowie Schulen und Unis. Die Sicherheitslage ist stabil. |
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www.algeria-watch.org
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