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Glos: EU muss Versorgung verbreiternWirtschaftswoche, 22. Februar 2007 Europa muss nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der als amtierender EU-Ratsvorsitzender die zweitgrößte Industrienation Afrikas besucht, begrüßte den Bau weiterer Pipelines von Algerien zum europäischen Festland. Die deutschen Energieversorger forderte er auf, sich stärker im Flüssiggas-Markt zu engagieren. Dort zählt Algerien zu den wichtigsten Produzenten. Das flüssige Gas wird nicht über Pipelines, sondern in Tankschiffen transportiert. Um die Abhängigkeit von russischen Gas- und Öl-Importen zu verringern, verstärkt die EU aktuell ihre Bemühungen, alternative Liefermöglichkeiten auszubauen. Glos sagte, in diesem Zusammenhang sei die geplante Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa durch E.ON zu begrüßen. Dadurch würden wichtige Lieferbeziehungen nach Süd- und Zentraleuropa geschaffen. „Wir stehen dann auf zwei Beinen“, sagte Glos. Der algerische Investitionsminister Abdelhamid Temmar sicherte seinem Gast zu, dass Algerien bereit sei, mehr Gas nach Europa zu liefern und deutsche Unternehmen an Projekten im Gas- und Ölsektor zu beteiligen. Zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs, der am Donnerstag endet, hatte Glos vor der Bildung eines internationalen Gas-Kartells nach dem Vorbild der OPEC gewarnt. „Kartelle passen nicht zum freien Welthandel. Ich würde das für vollkommen falsch halten, wenn man versucht, solche Kartelle aufzubauen“, sagte Glos. Der Iran hatte Russland den Aufbau einer „Gas-OPEC“ nach dem Vorbild der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) vorgeschlagen, um den Einfluss der großen Gas-Exporteure zu stärken. Als weitere Mitglieder waren Algerien, Katar und Libyen ins Spiel gebracht worden. Nach Ansicht von Glos hat die deutsche Wirtschaft in Algerien auch in anderen Branchen exzellente Chancen. Der Staat, in dem trotz des Rohstoffreichtums ein Großteil der Bevölkerung in Armut lebt, will in den nächsten Jahren etwa 120 Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Zu den deutschen Konkurrenten zählen Franzosen und Chinesen. Bei einem deutsch-algerischen Wirtschaftsforum schloss der Technologiekonzern Siemens einen mehrjährigen Vertrag im dreistelligen Millionenbereich ab. Das Unternehmen liefert eine schlüsselfertige Hochspannungsschaltanlage für ein neues Geschäftszentrumin der Bucht von Algier. Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht sagte der dpa, Algerien sei mit erstaunlichen Wachstumsraten von über sechs Prozent ein aufstrebender Markt. Besonders stark werde in den Bau von Straßen, Eisenbahnen und Flughäfen investiert. Auch der Kraftwerksbau, die Wasseraufbereitung und die Medizintechnik seien für Siemens interessant, sagte Lamprecht. Siemens gehört zu einem Konsortium, das die U-Bahn in Algier baut. Der bayerische Gips-Produzent Knauf, der mit 20 000 Beschäftigten rund 4,8 Milliarden Euro umsetzt, will in dem nordafrikanischen Land rund 48 Millionen Euro in ein neues Werk investieren. Der Münchner Mischkonzern MAN plant unter anderem, für rund eine halbe Milliarde Dollar eine Methanol-Anlage zu errichten. Die BASF-Tochter Wintershall ist am Bau der Gas-Pipeline „GALSI“ von Algerien nach Italien beteiligt. Die 1470 Kilometer lange Rohrleitung soll zwei bis drei Milliarden Dollar kosten. |
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www.algeria-watch.org
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